Die richtige Pflege zur richtigen Zeit

, am 07.11.2016

Pflegetipps für Gartenmöbel

Die richtige Pflege zur richtigen Zeit

Es ist Herbst und leider taucht wie jedes Jahr die Frage auf: „ Was tun, mit meinen Gartenmöbeln?“. Egal ob Kunststoff, Holz oder Metall… alle der Witterung ausgesetzten Möbel leiden unter Sonne, Regen und Schnee.

Um möglichst lange seine geliebte Holzbank zu erhalten, muss das gute Stück gepflegt und geschont werden. Dies fängt nicht erst in den Wintermonaten an. Auf der anderen Seite möchte man seine Gartenbank auch nicht ständig behandeln müssen, damit man alle jubel Jahre mal darauf verweilen kann.  So ist es je nach Begebenheit und Mühseligkeit ein Kompromiss zwischen Nutzen, Aufwand und Haltbarkeit zu finden.  Holzschutz trägt dabei in allen Fällen zur Werterhaltung von Holzmöbel bei.

Um mit einfachen Tipps zur Pflege von Gartenmöbeln das Optimale heraus zu holen, haben wir euch heute ein paar, denke gute Empfehlungen bezüglich Gartenmöbel aus Holz zusammen gestellt.

Vorab ist es natürlich wichtig zu wissen, was denn überhaupt alles einen Einfluss haben kann.

Witterung

Tau, Schnee und Regen:

Feuchtigkeit führt in erster Linie zum Quellen und Schwinden von Holz. Hierdurch kommt es natürlich auch zur Rissbildung, wodurch Wasser tiefer in das Holz eindringen kann und sich der Effekt verstärkt.   Zudem werden wasserlösliche Teile im Holz gelöst und die zellulare Struktur des Holzes geschwächt. Ebenso hat Feuchtigkeit einen direkten Einfluss auf die Ansiedlung von biologischer Schädlinge.

Sonneneinstrahlung:

Denkt man garnicht.. Sonne killt das Holz, und zwar nicht gerade minder. UV-Strahlung baut das Lignin im Holz ab und führt zur Vergrauung und Vergilbung. Auch hier wird das das Holz zellular geschädigt.

Biologisch

Pilzbefall, Schädlinge und sonstige Organismen:

Für deren Ansiedlung ist Feuchtigkeit und Temperatur ausschlaggebend.

Zusätzlich möchte ich an dieser Stelle erwähnen, da ich oft gefragt werde: „Können wir die Rinde nicht mit dran lassen?“ , dass diese gern viele Bewohner hat und schnellstens ab sollte (Ausnahme kd-Ware).

Chemisch

…reiße ich nur kurz an, da es hier vorwiegend um richtige pH-Bereiche etc. geht.

Wichtig ist auf jeden Fall zu erwähnen, dass Hölzer mit hohem Gerbsäureanteil eine höhere Langlebigkeit besitzen.  Die Gerbsäure reagiert an der Oberfläche des Holzes mit dem Niederschlag und bildet eine Art Patina (silber/gräulich), welche das Holz selbst Schütz (insbesondere sehr schön bei Lärche und Eiche). Ist jedoch Eisen in der Nähe, so gibt es sehr schnell sehr dunkle Verfärbungen, die tief ins Holz einziehen.

Zusätzlich zu den hier aufgeführten Punkten gibt es noch Dauerhaftigkeitsklassen. Dies ist eine Einteilung entsprechend der Haltbarkeit von Hölzern.

Allein die Auswahl des richtigen Holzes ist maßgeblich für die Langlebigkeit von Gartenmöbeln.

Wir verwenden hauptsächlich Eichenholz für unsere Holzbänke (Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2  Eiche: Klasse 2 …somit das Beste, was wir regional zu bieten haben)

Nun also die Tipps zur Pflege von Gartenmöbeln aus Holz:

1.       Am besten Sie schützen die Möbel ganzjährig  konstruktiv vor Sonneneinstrahlung  und Niederschlag (überdachte Terrasse).

2.       Stehen die Gartenbänke und –tische im Freien, so sollte Stehwasser auf ebenen Flächen vermieden werden. Stellen Sie die Möbel leicht schräg, damit ein Wasserablauf gewährleistet ist oder wischen Sie die Möbel trocken.

3.       Reinigen Sie die Oberflächen von Blütenstaub.

4.       Sorgen Sie immer für eine gute Luftzirkulation (besonders wichtig, wenn Sie die Gartenmöbel abdecken).

5.       Richtig abdecken! Die Plane darf nicht flächig an- und aufliegen. Hier kann es schnell zu Schimmel durch Kondensat führen. Ebenso ist auf eine gute Unterlüftung zu achten.

6.       Pflegen Sie Ihre Holzmöbel mit den entsprechend dafür vorgesehenen Mittel und merken Sie sich, was Sie benutzt haben. Es gibt vom Öl  über die Lasur bis hin zum Lack viele Möglichkeiten. Eine Kombination möchte ich jedoch nicht empfehlen und es ist der Klassiker, dass alle 1..2 Jahre irgendetwas benutzt wird und der Schichtaufbau anschließend in Flöckchen herunter rieselt. Generell möchte ich Lasuren empfehlen, die entweder auf Lösemittel oder Öl basieren. Diese sind offenporige Systeme, welche in das Holz eindringen und sich nicht einfach auf die Oberfläche legen wie ein Lack. Zum einen ist die Verarbeitung wesentlich einfacher und zum anderen bringen Lasuren eine gewisse Flexibilität mit, die Lacke im Allgemeinen nicht haben.

Haben Sie sich für eine Lasur entschieden, so reinigen Sie die Oberflächen (am besten mit einer milden Seifenlauge) und entfernen Sie alle losen Bestandteile.  Ist die Oberfläche zu stark korrodiert, dann hilft meist nur noch an- oder ganz und gar abschleifen. Ich verwende Schleifmittel mit den Körnungen 80, 120, 240. Feiner lohnt nicht unbedingt, da die Oberfläche auch noch etwas Oberflächenvergrößert sein darf um die Lasur gescheit aufzunehmen. Achten Sie auf ein gleichmäßiges Bild der Oberflächen.  Reinigen Sie die Oberflächen anschließend gründlich. Nun können Sie die Lasur mit einem Lasurpinsel auftragen. Sprühen ist nicht zu empfehlen, da Sie mit Pinsel die Lasur richtig schön in die Maserung einmassieren. Lassen Sie die Möbel anschließend gut trocknen und beachten Sie die nicht zu kalte Verarbeitungstemperatur.

 

Führen Sie den Prozess am besten 2x durch. Also nochmal kurzer Zwischenschliff mit 240er Papier … hier meinetwegen auch noch etwas feiner.. und dann nochmal einen etwas dünneren 2ten Auftrag.

Die richtige Zeit zur Pflege ist abhängig vom Grad der Verwitterung der Holzbänke und co.. Pauschal würde ich jedoch sagen, dass man zum Ende der Gartensaison die Möbel behandelt. Auch kann man dies zwischendurch oder zu Beginn jeder Saison tun.